Ein Hund namens Maxi: Früher vs. heute

Ein Hund namens Maxi: Früher vs. heute

In der ersten Zeit bei uns war Maxi ziemlich verängstigt. Wir wissen nichts über seine Zeit vor dem Tierheim, denn er wurde streunend vom Hundefänger eingefangen und in die Tötung gebracht. Glücklicherweise ist er diesem Schicksal entwischt! Aus der Tötung wurde er dann von den Buksis gerettet und so landete er im Tierheim. Heute ist Maxi ein ziemlich selbstbewusster, kleiner Frechdachs! Es ist eine Freude zu sehen, wie er aufgetaut ist. Manche Situationen überfordern ihn noch, aber wir arbeiten dran.

 

Seine anfängliche Verschüchterung ist ja auch mehr als verständlich. Nach seiner Hundeodyssee war er plötzlich in einer neuen Stadt, mit neuen Menschen. Und überhaupt war alles komisch. Hunde zeigen ihre Angst ganz unterschiedlich. Manche sind laut und überspielen ihre Angst, andere ziehen sich zurück und sind eher leise. Um sich gegenseitig kennenzulernen, braucht man auf jeden Fall vieeeeel Zeit und Geduld.

 

Wir haben uns vor Kurzem daran erinnert, wie sich Maxi im Vergleich zum ersten Jahr verändert hat. Hier sind unsere 5 Highlights „früher vs. heute“:

 

1. Schlafen

Maxi hat im ersten Jahr ausschließlich unter dem Bett in der hintersten Ecke geschlafen. Nur dort hat er sich zu 100% sicher gefühlt und konnte zur Ruhe kommen. Heute sieht das so aus:

 

2. Futter verstecken

Früher hatte Maxi die Angewohnheit, alle Leckereien „für bessere Zeiten“ aufzubewahren - und das am liebsten in meinem offenen Kleiderschrank. Dabei war er so geschickt, dass ich oft erst nach Wochen eine Kaustange oder Ähnliches zwischen meinen T-Shirts finden durfte... Einmal haben wir ihn dabei beobachtet, wie er mit seiner Nase die Kleider weggeschoben hat, die Kaustange reingelegt hat und die Kleider anschließend exakt dort hin geschoben hat wo sie waren. Diese Sorgfalt war faszinierend, aber begeistert war ich von diesem "Talent" eher nicht. Wie ist das Heute? Sagen wir mal so: Entweder er macht es gar nicht mehr, oder er ist mittlerweise SO geschickt, dass ich es nicht mitkriege. Hoffen wir mal letzteres...

 

 

3. Obst und Gemüse

Futterneid kann auch was Positives haben! Obst oder Gemüse wurden am Anfang in weitem Bogen ausgespuckt und anschließend wurde ich ganz traurig angeschaut. Nach dem Motto "warum bestrafst du mich mit diesem grauslichem Zeug?". Das änderte sich, als wir mal bei meinen Eltern zu Besuch waren. Mein Vater hatte damals eine Birne gegessen und dem gemüseundobstfanatischen Familienhund Hugo immer wieder ein kleines Stück abgegeben. Maxi hatte die Szene beobachtet und sich nach kurzer Überlegung dazu gesetzt. Dass Hugo was hatte, was er nicht hatte, ging gar nicht.  Schmatzend verschlang er die Birne und verlangte sofort nach einem Neuen Stück. Neulich hat er sogar ein Stück sauren Apfel gegessen und wenn ich manchmal Gemüse als Beilage für ihn koche, wird es tolerant zur Kenntnis genommen.

 

4. Spielzeug          

„Zuhause wird nicht gespielt“, scheint eine von Maxis goldenen Regeln zu sein. Am Anfang hatten wir ihn mit Kuscheltieren und Spielzeugen überhäuft, weil wir alle mit sehr spielfreudigen Hunden aufgewachsen waren. Aber nach und nach gingen all diese Dinge in den Besitz befreundeter Hunde über. Denn Maxi ignoriert nach wie vor zu Hause jedes Spielzeug. Mittlerweile mag er Suchspiele – vermutlich, weil sie mit Futter in Zusammenhang stehen. Im Freien beschäftigt er sich gern ab und zu mit diversen Gegenständen, wirft Quitschis in die Luft, trägt sie herum, vergrabt sie oder sucht Bälle. Aber zu Hause ist das höchste aller Gefühle, dass er mich für 5 Sekunden anstupst und wir kurz miteinander „raufen“. Auch gut. 

 

5. Jagdverhalten

Wie bin ich am Anfang verzweifelt! Jede Ratte, jede Taube, jedes Eichhörnchen (und davon gibt es in Wien jeweils viele) haben seinen Jagdmodus aktiviert. Es gab schon einige brenzliche Situationen, wo ich es nur knapp geschafft habe, ein Wildtier von ihm zu retten. Einmal hat er sich in der Hundezone auf der Donauinsel mit einer unbekannten Pitbulldame zusammengetan und gemeinsam haben sie ein armes Kaninchen gehetzt (es hat sich irgendwo versteckt und es ist nichts passiert). Keine Ahnung wie oft ich ihn im Prater aus einem Bau herausziehen oder -bitten musste, weil er da rein wollte. Doch scheinbar haben seine Jagdambitionen mit zunehmendem Alter abgenommen. Ist er früher einmal mitten im Winter in die Donau gesprungen, weil er eine Ente gesichtete hat (gibt es nicht sowas wie einen gesunden Hundeverstand?!), geht er heute locker daran vorbei, als hätten sie ihn nie interessiert. Gemeinsam haben wir an seinem Jagdverhalten gearbeitet und mittlerweile ist er wirklich super abruf- und ablenkbar.

Aber was auch noch dazu gekommen ist, ist sein Alter. Maxi ist inzwischen ungefähr neun Jahre alt und ich denke, dass es bei Hunden genauso ist wie bei Menschen: Je älter, desto bequemer werden wir. Wir wägen unser Verhalten ab und jagen einfach nicht mehr jedem Trend…äh, Tier nach. 😉