Ein Pflegehund namens Maxi kommt an.

Ein Pflegehund namens Maxi: Ankommen.

Nein, Maxi ist nicht irgendein Hund. Das wusste ich schon im ersten Augenblick, als er mich an einem kalten Dezemberabend aus dem Kofferraum seiner Patentante heraus angestarrt hat. Er blickte mir aus seiner Box heraus direkt in die Augen. Dieser Augenblick, bevor er sich entschied, auf Wiener Pflasterstein zu springen, traf mich mitten ins Herz. Und mit diesem Sprung begann ein wunderbares Abenteuer für uns beide.

 

Wie war es zu dieser Begegnung gekommen? Nachdem ich mit dem Studium fertig war und bald meinen ersten Teilzeitjob begann, wo ich einen Hund mitnehmen durfte, schien der Zeitpunkt perfekt. Mein damaliger Freund Jose, der mit mir und noch zwei anderen hundfreundlichen Menschen in einer Wohngemeinschaft wohnte, stand dem „Projekt Hund“ zunächst skeptisch gegenüber. Er reiste beruflich sehr viel und sagte schon zu Beginn, dass er Hunde zwar liebte, sich aber zeitlich gesehen nicht darum kümmern konnte.

 

Das schien aber kein Problem zu sein, denn mein Mitbewohner und guter Freund Filippo wollte auch einen Hund. Damit gab es neben mir eine zweite, zeitlich flexible und vertrauenswürdige Betreuungsperson. Unser dritter Mitbewohner war auch einverstanden, solange er keine Arbeit hatte. Nach kurzem Abgleich unseres Wochenzeitplans wurde uns schnell klar, dass wir uns das zu zweit super einteilen konnten. Außerdem war der Deal, dass es „nur“ ein Pflegehund werden sollte. Das bedeutet, dass der Hund nur eine bestimmte Zeit in unserer Obhut war, bis der Tierschutzverein einen fixen Platz in Österreich für ihn gefunden hatte.

 

Die Not, genügend Pflegefamilien für die Hunde zu finden, war im kalten Winter von 2014 besonders groß. Gerade kleine, ältere oder kranke Hunde litten besonders unter der Kälte. Bei Maxi kam dazu, dass er keine isolierende Unterwolle hat und er dadurch noch schneller friert. „Ein Pflegehund?“, fragte mich Barbara, selbst Hundebesitzerin, damals mit hoch gezogenen Augenbrauen. „Den gebt ihr sicher niemals wieder her!“. „Doch, doch. Sicher!“, antwortete ich.

 

Der Tierschutzverein, der uns Maxi vermittelt hatte, war einen Monat zuvor bei uns in der Wohngemeinschaft und hat uns eine Stunde lang ausgefragt. Was wir so machen, wie wir leben und wie wir uns das Leben mit Hund so vorstellten. Alles war professionell und super organisiert und wir freuten uns schon riesig auf den schwarzen Pflegehund Maxi, der auf den Fotos so süß ausgesehen hatte!

 

Und so kam es, dass Maxi gemeinsam mit anderen Hunden aus dem Tierheim „Buksi“ in Ungarn den Weg nach Wien antrat. Seine Patentante Sandra brachte ihn anschließend mit dem Auto zu uns in die Josefstadt. Mit seinem wärmenden Ledermantel sah er ein bisschen aus wie ein Pilot aus den 20er Jahren. Sandra wechselte noch ein paar Worte mit uns, verabschiedete sich von Maxi und drückte mir die zwei Leinen in die Hand. Noch schnell ein Foto von uns mit unserem neuen Mitbewohner für die Facebook Seite des Vereins, dann waren wir auf uns gestellt. Das Abenteuer konnte beginnen! Damals hatten wir ja auch absolut keine Ahnung, was alles auf uns zukommen würde…

 

Die Fotos, die Sandra am 14.12.2014 von Maxi, Filippo und mir gemacht hat