Warum eine Schreibgruppe wichtig ist

Das Schreiben einer Abschlussarbeit ist ein komplexes Unterfangen. Es ist eine besondere Zeit, mit der viele von uns (meist unterbewusst) den Beginn eines Lebensabschnittes in Verbindung bringen. Dass das Ende der Abschlussabeit gleichzeitg ein neues Kapitel im Leben eröffnet kann Grund zur Freude sein und sogar motivieren, zügig abzuschließen. Es kann aber auch beänstigend sein, vor allem für jene, die nicht genau wissen, wie es danach weiter gehen wird. Außerdem ist man in der Zeit des Schreibens stark auf sich selbst zurückgeworfen - viele verkriechen sich in ihr dunkles Kämmerchen oder verschwinden hinter den Bücherregalen diverser Biblitotheken. Abschottung ist dem Schreibprozess zwar oft dienlich, aber man sollte nicht den Faden zur Außenwelt verlieren. Gerade wenn es dabei geht, sich Motivation und Kraft zu holen, ist ermutigendes Umfeld wichtig. Das betrifft nicht nur das nahe private Umfeld (schließlich sollte man sich auch während des Studienabschlusses sowas wie ein Privatleben abseits der Uni gönnen). So ein Umfeld kann man sich auch schaffen, zum Beispiel durch eine Schreibgruppe.

 

Selbstermutigungsprozesse sind essentiell für die persönliche Weiterentwicklung. Dennoch ist es etwas anderes, wenn ich mit konstruktiver Kritik von anderen konfrontiert bin. Begünstigen und befördern, anfeuern, anspornen und unterstützen sind Dinge, die am besten zwischenmenschlich funktionieren. Räume, in denen sich Menschen gegenseitig die Augen öffnen, ehrlich und wertschätzend zueinander sind können die Basis für einen positiven Zugang zum Schreiben und letztendlich zu sich selbst sein.

 

Dabei müssen alle Gruppenmitglieder einander mit Respekt entgegentreten und ermutigendes Feedback üben. Das heißt nicht, dass man nichts negatives sagen darf, aber Feedback sollte das Gegenüber mit dem Text weiter bringen und dessen Entwicklung fördern. Friendly Feedback wäre das Stichwort der Wahl.

Eine Schreibgruppe, in der ich mich wohl fühle, in der ich ermutigt werde und andere ermutige ist ein wichtiger Nährboden für mein Schreiben. Oft bekommt man Ideen, auf die man selbst nie gekommen wäre, oder für die die/der BetreuerIn keine Zeit hat. Schwarmintelligenz lässt grüßen. Daher ist es sehr sinnvoll, sich während des Schreibens einer Schreibgruppe anzuschließen oder eine zu gründen. Auch wenn man manchal mehr quatscht als schreibt ;-)

 

 

Bildquelle: https://pxhere.com/en/photo/764425

 

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